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Prad, 19.09.2009. Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalter gab seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Verbundenheit zwischen Prad und dem Landkreis Neu-Ulm nicht nur seit 40 Jahren währt, sondern sich mehr und mehr gefestigt hat. „Eine Gemeinschaft, die so lange bestehen bleibt und sich dabei sogar noch in richtiger Verbundenheit und lebendigem Austausch weiterentwickelt“, sagte Landrat Geßner, eine solche Gemeinschaft beweise, „dass sie tragfähig ist“. „Aus Patenschaft ist Partnerschaft und aus Partnerschaft Freundschaft geworden“, fand Alt-Landrat Franz Josef Schick dafür einen einprägsamen Satz. In seinem Grußwort schwärmte er von den menschlichen Begegnungen und den vielfältigen kulturellen Qualitäten, die der „kleine Ort“ Prad mit seinen rund 3300 Einwohnern hervorgebracht habe und weiter hervorbringe. Wie zum Beweis dafür umrahmte die Musikkapelle Prad den offiziellen Festakt. Am Abend spielte die Stadtkapelle Vöhringen aus Bayern mit Einlagen der Volkstanzgruppe und der Schuhplattler Prad.
Langjähriger Weggefährte dieser einzigartigen Partnerschaft, Alt-Bürgermeister Georg Stillebacher, erinnerte Dankbarkeit an die Gründungsväter. „Freundschaft über die Grenzen hinaus“ sei ihm und seinen damals ebenfalls noch sehr jungen Mitstreitern im Gemeinderat sehr wichtig gewesen. Laut Landeshauptmann Durnwalder ist dies auch immer noch der Fall, denn gerade die Südtiroler als eine deutschsprachige Minderheit in Italien, bedürften der „Nabelschnur zum gemeinsamen Kultur- und Sprachraum“, um ihre Identität nicht zu verlieren. Wie Gemeindereferent Josef Gritsch in seinem Rückblick ausführte, stand am Anfang eine Begegnung zweier Männer bei einer Veranstaltung des Bayerischen Gemeindetages in Würzburg. Es war Anton Karner, der dem damaligen Bürgermeister von Pfuhl, Karl Salzmann, seinen Heimatort vorschlug. Als dieser ihm davon berichtete, dass Neu-Ulms Landrat Max Rauth wünschte, mit Kreismitteln eine bedürftige Gemeinde aus dem von der italienischen Zentralregierung unterdrückten Südtirol zu unterstützen, flossen nach der am 23. Mai 1970 auf der Furkelhütte besiegelten Patenschaft in den Anfangsjahren beträchtliche finanzielle Hilfsgelder aus dem Landkreis Neu-Ulm.
„Gott segne die Freundschaft und die Menschen, die sie tragen“ war das aussagekräftige Schlusswort von Josef Gritsch. Dieser Ausspruch wurde damals übrigens auch bei der damaligen Gründung die Partnerschaft in Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Georg Stillebacher und der Gemeinderäte genannt. Bürgermeister Hubert Pinggera hob vor allem den gemeindlichen Kindergarten hervor, der damals ohne die Hilfe aus Deutschland nicht hätte gebaut werden können. 1976 eingeweiht, bedarf das Gebäude mittlerweile einer Renovierung. Dafür überreichte Landrat Geßner Bürgermeister Pinggera einen Scheck des Landkreises von 10.000 Euro. Der Kindergarten sei auch deshalb eine gelungene Einrichtung, „weil die Kinder die Zukunft unseres Bundes sind“, so Geßner. Die Gemeinde Prad revanchierte sich mit einem Bergbild des ortsansässigen Heimatmalers Alois Ziernheld als Gegengeschenk.
Im vormittäglichen Rahmenprogramm folgten die deutschen Gäste dem Obmann des E-Werkes Prad Georg Wunderer. Die Genossenschaft, die von 1055 einheimischen Mitgliedern getragen wird, ermöglicht der Marktgemeinde bekanntlich eine autarke, klimaschonende und umweltfreundliche Energieerzeugung und –versorgung. Was die Nutzung nachhaltiger Ressourcen für die Strom- und Wärmeversorgung angeht, bietet sich also nach 40 Jahren eine neue Patenschaft an, diesmal jedoch in umgekehrten Rollen, mit dem Landkreis Neu-Ulm als hilfsbedürftigem Patenkind und Prad als helfendem Paten.
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